|
Neben dem Abriss und der Schaffung neuer Wohnumfeldqualitäten geht es im Leipziger Stadtumbau um die Stärkung der Eigentumsbildung in denkmalgeschützten Altbauten und Stadthäusern in der inneren Stadt. Dadurch sollen die Abwanderung ins Stadtumland weiter verringert und die Altbauquartiere gestärkt werden. Die durch den Stadtumbau entstehenden neuen (Freiraum-) Qualitäten und die drastisch gesunkenen Bodenpreise sind dafür eine wesentliche Voraussetzung.  (Lützner-Str. 77/79 - Vor und Nach der Sanierung)
Das Leipziger
Selbstnutzer-Programm ist kein Förderprogramm. Das Programm setzt
vielmehr auf Beratung, Gruppenmoderation, Marketing und
Netzwerkbildung. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für
innerstädtische Eigentumsbildung sind derzeit positiv. Neben günstigen
Bodenpreisen sind sie geprägt von niedrigem Zinsniveau und sinkenden
Baukosten. Förderung ist deshalb für viele nicht erforderlich, die
Projekte „rechnen sich“ auch ohne Zuschüsse. Zudem bietet der
angespannte städtische Haushalt auch keine Spielräume für die Auflage
eines kommunalen Eigentumsförderprogramms. Unterstützung gibt es aber
durch die Beratung zur Erschließung des staatlichen „Förderdschungels“.
Ein wesentliches, Förderung ersetzendes Einsparungspotential liegt in der Art, in der Leipziger Selbstnutzer-Projekte organisatorisch angegangen werden. Hier erlebt das u.a. aus Hamburg, Berlin, Tübingen und Freiburg bekannte Baugruppenmodell eine Renaissance. Empfohlen wird weitgehende Selbstorganisation bei gänzlichem Verzicht auf einen Bauträger oder der Reduzierung seiner Aufgaben. Kaufinteressenten schließen sich in Gruppen zusammen, beauftragen gemeinsam einen Architekten, der ihnen in baulicher Hinsicht professionelle Unterstützung bietet, und übernehmen die übrigen Aufgaben (u.a. Akquisition weiterer „Mitstreiter“, Festlegung des baulichen Aufwands) weitgehend selbst. Durch die Stadt werden Bauinteressenten dadurch unterstützt, dass Baugruppen in der Anfangsphase durch Moderatoren und Bauexperten begleitet werden. 
(Beratung und Ausstellung im SELBST NUTZER TREFF - Jacobstr.10, 04105 Leipzig)
Ein wichtiger Teil des Selbstnutzer-Programms sind Marketingaktivitäten. Es geht darum, die Qualitäten des urbanen Wohnens im Eigentum anschaulich zu machen. Realisierte Projekte dienen als Beispiele, mit denen wiederum Nachahmer gefunden werden sollen. Die Verbreitung entsprechender Erfahrungen erfolgt über eine intensive Pressearbeit, Veranstaltungen, Messeauftritte, eine eigene kleine Immobilienausstellung im Stadtzentrum, Bustouren zu passenden Objekten und das Internet (www.selbstnutzer.de). |